Walther-Schücking-Institut

Das Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist die älteste deutsche Universitätseinrichtung, die sich speziell dem internationalen Recht widmet. Es beherbergt Deutschlands größte und älteste universitäre Fachbibliothek für internationales Recht, welche zusammen mit der ebenfalls am Institut angesiedelten UN Depositary Library hervorragende Arbeits- und Forschungsmöglichkeiten bietet. In- und ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind zu deren Nutzung herzlich eingeladen.

Siegel WSI gute Quali


Das "Institut für Internationales Recht" wurde 1914 gegründet und 1995 zur Erinnerung an seinen berühmten früheren Direktor und Richter am Ständigen Internationalen Gerichtshof, der sich dem Gedanken der internationalen Friedensordnung und Völkerverständigung verbunden fühlte, in "Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht" umbenannt. Das Schwergewicht der Forschung am Institut liegt heute auf den Gebieten des Völkerrechts (insbesondere Grundlagenforschung, Menschenrechtsschutz, Kultur-, Sicherheits-, Umwelt- und Seerecht), des Europarechts und der Verfassungsvergleichung.

Die Institutsangehörigen bilden ein engagiertes, von Kooperationsgeist geprägtes Team, das eine Fülle von Aufgaben bewältigt. Dazu zählt u.a. die Herausgabe des "German Yearbook of International Law"  sowie der Schriftenreihe  "Veröffentlichungen des Walther-Schücking-Instituts für Internationales Recht".

Durch die Organisation von Symposien und Tagungen regt das Institut den grenzüberschreitenden wissenschaftlichen Austausch an und trägt zur Klärung komplexer Fragestellungen bei. Weitere Impulse für die Fortentwicklung des Völker- und Europarechts leistet das Institut durch die Veröffentlichungen der Institutsangehörigen sowie die Erstellung von Gutachten und Stellungnahmen für private und öffentliche Stellen im In- und Ausland.

Seit 2007 ist das Institut über die neu geschaffene Professur für Seerecht mit dem Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" verbunden und beteiligt sich u.a. in diesem Rahmen an interdisziplinären Forschungsprojekten. Darüber hinaus fördert es den Dialog mit auswärtigen Kolleginnen und Kollegen sowie mit der breiteren Öffentlichkeit über aktuelle völker- und europarechtliche Themen durch die jedes Jahr organisierten Ringvorlesungen.

Im Bereich der universitären Lehre ist das Institut vor allem im juristischen Schwerpunktbereich "Völker- und Europarecht" tätig. Ab dem WS 2011/2012 wird das Institut zusätzlich einen neuen interdisziplinären Master-Studiengang "Internationale Politik und Internationales Recht" mittragen.

Besondere Aufmerksamkeit widmet das Institut über die universitäre Lehre hinaus der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, und zwar bereits während des juristischen Studiums. So wird alljährlich das Kieler Team bei seiner Teilnahme an der Philip C. Jessup International Law Moot Court Competition intensiv unterstützt. Unter dem Namen "Völkerrechtliche Tagesthemen" wird in jeder Vorlesungsperiode ein Vortrags- und Diskussionsforum zu aktuellen völker- und europarechtlichen Fragestellungen angeboten. Ferner fördert das Walther-Schücking-Institut den wissenschaftlichen Austausch durch das am Institut angesiedelte ERASMUS- und LL.M.-Büro der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und beteiligt sich an der Referendarausbildung. Zahlreiche in- und ausländische LL.M.-Studierende und Doktoranden werden im Hause betreut. Mehrere Inhaber völker- und europarechtlicher Lehrstühle im In- und Ausland haben früher am Institut als Wissenschaftliche Assistenten gearbeitet und wurden in Kiel promoviert bzw. haben sich in Kiel habilitiert.

Derzeit wird das Institut von Prof. Dr. Thomas Giegerich (seit 2006) und Prof. Dr. Kerstin Odendahl (seit 2011) geleitet. Für die dritte Direktorenstelle mit seerechtlicher Ausrichtung wird gerade das Wiederbesetzungsverfahren durchgeführt.